Grundlagenausbildung zur Theaterpädagogin / zum Theaterpädagogen

Unsere Grundlagenausbildung dauert zwei Jahre und umfasst 660 Stunden. In diesen zwei Jahren nehmen Sie an 18 Praxiswochenenden, zwei Praxis-Intensivwochen sowie drei Theoriewochenenden teil.

In diesem Rahmen erwerben Sie alle relevanten Kompetenzen, um als Theaterpädagoge/Theaterpädagogin oder Spielleiter/Spielleiterin zu wirken.

Parallel zu den vermittelten Inhalten planen Sie ein theaterpädagogisches Projekt, das Sie auch direkt in der Praxis umsetzen und im Rahmen der Ausbildung reflektieren werden.

Die Erarbeitung eines theoretischen Themas, das Sie der Kursgruppe im Rahmen einer gemeinsamen Präsentation vorstellen, vervollständigt die Auseinandersetzung mit der Theorie.

Hospitationsmöglichkeiten bei erfahrenen Kolleginnen und Kollegen sowie Exkursionen in die Praxis ergänzen das Curriculum. Die Grundlagenausbildung erfüllt mit insgesamt 660 Stunden die Vorgaben des ‚Bundesverband Theaterpädagogik (BuT)‘.

Unsere grundsätzliche Haltung zur Theaterpädagogik impliziert die Balance zwischen Theater spielen und pädagogischem Handeln. Dabei ist es unerlässlich, eine Trennlinie zwischen Schauspielunterricht und Pädagogik zu ziehen. Das soll nicht bedeuten, dass es einen geringen künstlerischen Anspruch an Ergebnisse, Produkte oder Aufführungen gibt, sondern dass – nach unserem Verständnis – eine Theaterpädagogin / ein Theaterpädagoge über ein breites didaktisch-methodisches Fachwissen in Verbindung mit einer wertschätzenden und ressourcenorientierten Grundhaltung der Gruppe gegenüber verfügen muss, um die Gruppe richtig einzuschätzen und passende methodische Interventionen zu planen. Das alles mit dem Ziel, das Wachstum der Gruppe ebenso wie das persönliche Wachstum der Einzelnen zu ermöglichen und zu fördern. Ressourcenorientierung heißt für uns, Herausforderungen so zu planen, dass sie für die Gruppe fordernd und fördernd sind. Somit trägt eine Theaterpädagogin / ein Theaterpädagoge in unserem Sinne die Verantwortung für den pädagogischen und künstlerischen Arbeitsprozess mit der Gruppe.

Dazu kommt die Anforderung an Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen, ein umfassendes Repertoire an theatralen und ästhetisierenden Mitteln zur Verfügung zu haben.

Neben den „klassischen“ theaterpädagogischen Zugängen, wie der Erarbeitung von Rollen und der Regiearbeit, sind dies in unserem Verständnis auch andere Zugänge, wie

  • Spezielle theatrale Mittel, wie Schwarzlicht- und Schattentheater oder Maskenspiel im Theater
  • Improvisation als Zugang zu Stücken und zur Entwicklung von Menschen
  • Musikalische, choreographische und tänzerische Mittel der Darstellung
  • Stimme und Sprechen als Mittel des theatralen Ausdrucks

Weiterhin ist es nach unserem Verständnis wichtig, über „technische“ Fähigkeiten (z.B. Licht, Ton, Maske) ebenso zu verfügen, wie über rechtliches (z.B. Lizenzen & Verträge) und planerisches (z.B. Projektmanagement) Wissen.

Unsere Ausbildung folgt einem roten Faden in dreierlei Hinsicht:

Zum einen sind die einzelnen Module so aufeinander aufgebaut, dass Sie die Lernschritte vom Allgemeinen zum Speziellen vollziehen. Nach den „Grundlagenthemen“, wie Schauspieltraining und Rollenarbeit folgen spezifische theatrale Arbeitsformen, die schließlich in die Regiearbeit und die Vermittlung von speziellem Know-How, wie den Umgang mit Maske, Farbe oder Musik übergehen.

Zum anderen steht im Mittelpunkt der Ausbildung ein Werk, das Sie die zwei Jahre begleiten wird und auf das meisten Dozentinnen und Dozenten Bezug nehmen. So können Sie während der Ausbildung die Entstehung einer Inszenierung bis zur Premiere, die am letzten Wochenende stattfindet, erleben.

Nicht zuletzt übernimmt eine Dozentin oder ein Dozent aus unserem Team die Rolle der „Hauptdozentin“ / des „Hauptdozenten“ und begleitet Sie intensiv durch die zwei Jahre – das umfasst auch regelmäßige kollegiale Beratungen im Dozentenkollegium, um eine Ausbildung „aus einem Guss“ zu gewährleisten.

All das führt dazu, dass wir uns freuen sind, Ihnen eine Theaterpädagogik-Grundausbildung anbieten zu können, die wirklich vorbereitet auf das, was Sie erwartet:

Theaterarbeit mit Ihren Zielgruppen.