homebase:Marxloh – Projekt mit geflüchteten Jugendlichen von Oktober 2016 bis Januar 2017 in Duisburg

Für Jugendliche mit Fluchterfahrung im Alter von 10-14 Jahren realisierten wir vom 01.10.2016 bis zum 31.01.2017 das Projekt „homebase:Marxloh“ in Kooperation mit dem städtischen Jugendzentrum „Regionalzentrum Nord“ in Duisburg-Marxloh.

Im Mittelpunkt des Projektes stand eine Auseinandersetzung der Teilnehmenden mit dem Thema „Heimat“.

Insbesondere im hochgradig problembelasteten Stadtteil Duisburg-Marxloh (hohe Arbeitslosigkeit, Verelendung des öffentlichen Raums, subjektiv erlebte Perspektivlosigkeit u.a.) ist dies eine große Herausforderung für alle Menschen, die dort leben und neu ankommen.

Die Teilnehmerinnen waren eingeladen, sich mithilfe von biografischen Zugängen mit dem Thema „Ankommen in der Fremde“ und „eine Heimat finden“ auseinander zu setzen.

  • Was bedeutet es, aus meiner Heimat geflohen zu sein?
  • Wie nehme ich Deutschland, insbesondere den Stadtteil Duisburg-Marxloh wahr?
  • Was lässt mich heimisch werden?
  • Womit fremdele ich?
  • Wie nehme ich die Willkommenskultur der ansässigen Bevölkerung wahr? Wo verspüre ich Ablehnung?
  • Welche Bedeutung hat die deutsche Sprache im Kontext des Ankommens für mich?

Diese Leitfragen standen exemplarisch für den inhaltlichen Zugang in der Projektarbeit. Die genaueren inhaltlichen Facetten ergaben sich durch die partizipative Arbeit im Laufe der gemeinsamen Arbeit: Die Teilnehmer*innen definierten hierbei die Themen „Vermüllung“ und „Gewalt“ als die für sie zentralen Herausforderungen in Duisburg-Marxloh. Diese Themen waren somit auch die maßgeblichen Themen für die Abschlussshow.

Zu Beginn des Arbeitsprozesses konnten sich die Teilnehmer*innen im Rahmen eines „Schnuppernachmittags“ über die Angebote informieren und sich entscheiden, an welchem Teil sie teilnehmen möchten.

Das Projekt an sich bestand organisatorisch aus vier Angeboten:

  1. Im ersten Teil fand mit einer Gruppe von 15 Jugendlichen eine theaterpädagogische Auseinandersetzung zum Thema statt. (Leitung: Riccarda Tomberg & Volker Pehl)
  2. Im zweiten Teil fand mit einer Gruppe von 10 Jugendlichen eine Auseinandersetzung mit tanzpädagogischen Methoden statt. (Leitung: Joeri Burger)
  3. Im dritten Teil beschäftigte sich eine Gruppe von 10 Jugendlichen mit den Methoden des Bühnenkampfs mit dem Thema. (Leitung: Oliver Kotzem)
  4. Die vierte Gruppe, die im Wesentlichen Jugendliche ansprach, die nicht auf der Bühne stehen möchten, kümmerte sich um Bühnenbild, Requisiten und Kostüme. (Leitung: Riccarda Tomberg & Volker Pehl)

Am Ende des Arbeitsprozesses wurden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen dramaturgisch zusammengefügt und zu einer großen Abschluss-Szenen-Collage verbunden, die am 20. Januar 2017 um 18.00 Uhr im RiZ gezeigt wurde. Diese Aufführung richtete sich an eine breite Öffentlichkeit, insbesondere an die Familien der Teilnehmenden sowie die mit den Jugendlichen beschäftigten Lehrer*innen.

Presseschau zum Projekt

Die WAZ stellt am 4. Januar 2017 theatervolk vor und berichtet auch über `homebase:Marxloh´.

Die WAZ weist am 16. Januar 2017 auf unsere Projektpräsentation hin.

Auch der Wochenanzeiger kündigt am 16. Januar 2017 unsere Abschlussshow an.

Einen ausführlichen Bericht über unsere Abschlussshow veröffentlicht die WAZ am 23. Januar 2017.

Unser Projektteam

Riccarda Tomberg

Riccarda Tomberg

Logopädin & Theaterpädagogin

Riccarda Tomberg ist Logopädin und wurde als Theaterpädagogin bei theatervolk ausgebildet.

Sie hat vielfältige Erfahrungen in der theaterpädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und Erwachsenen.

Daneben leitet sie Workshops und Trainings zum Thema "Stimme", u.a. für Menschen in Sprechberufen.

Volker Pehl

Volker Pehl

Theaterpädagoge

Volker Pehl wurde als Theaterpädagoge bei theatervolk ausgebildet. Er hat Erfahrungen in der theaterpädagogischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, so z.B. in Projekten zum Thema "Soziales Lernen mit theaterpädagogischen Methoden" für Kinder im Grundschulalter.

Oliver Kotzem

Oliver Kotzem

Theaterpädagoge, Stuntman

Oliver Kotzem absolvierte nach Abschluss seines Studiums der Sozialen Arbeit eine theaterpädagogische Ausbildung und erhielt 5 Jahre lang Bühnenkampf- und Stuntunterricht bei Benjamin Armbruster. Er absolvierte Weiterbildungen, wie „Akrobatik und Kontaktimprovisation“ bei Christiane Pütz oder „Through the Body – Theaterarbeit nach Jacques Lecoq“ bei Dietmar Sachser.

Neben seiner sozialpädagogischen Arbeit mit psychisch erkrankten Menschen leitet Oliver verschiedene theaterpädagogische Projekte und unterrichtet in unserer `Grundlagenausbildung Theaterpädagogik´ das Thema "Bühnenkampf“.

Weitere Informationen finden Sie auf der persönlichen Website von Oliver Kotzem unter www.oliver-kotzem.de.

Joeri Burger

Joeri Burger

Tänzer & Schauspieler

Joeri Burger kam als ausgebildeter Balletttänzer über den Musicalbereich zum Schauspiel. Er blickt auf eine Vielzahl von Engagements zurück, u.a. seit vielen Jahren bei mehreren Produktionen jedes Jahr als Tänzer an der Rheinoper Düsseldorf und Duisburg.

Daneben leitet Joeri Burger seit vielen Jahren tanz- und theaterpädagogische Projekte für unterschiedliche Zielgruppen, so z.B. die Projekte „Mein Körper gehört mir“ & „Die große Nein-Tonne“ für die theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück oder das tanzpädagogische Projekt „Schoolmotions“ am Dortmunder Ballett.

Weitere Informationen finden Sie auf der persönlichen Website von Joeri Burger unter www.joeri-burger.de.

Dieses Projekt wurde gefördert aus Mitteln des Ministeriums für Frauen, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

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